Artikel aus der Pforzheimer Zeitung vom 5. Juli 2022
Artikel aus der Pforzheimer Zeitung vom 8. August 2022
Sang und Klang aus vollem Herzen KIESELBRONN. Keiner wollte am Sonntag die ganz in violettes Lich getauchte Kieselbronner Stephanuskirche verlassen, nachdem der Applaus der Zugabe verklungen war. So sehr waren die Zuhörerinnen und Zuhörer von den Liedern der Pforzheimer Sopranistin Martina Di Tempio berührt und von den Pianoklängen Leonhard Rieckhoffs, Korrepetitor und Dozent an der Staatlichen Hochschule für Musik und. Darstellende Kunst in Mannheim, beeindruckt. Sie wurden mitgenommen auf eine Reise durch die Gesangs- und Opernwelt von der Barockzeit' bis ins 20. Jahrhundert hinein. Drei italienische Arien bildeten den Anfang, „Caro mio beng von Giuseppe Giordani wohl die bekannteste. In diesen Liebesliedern findet die Sehnsucht ihre Gestalt. Das dramatische Libretto ist in ergreifende Klänge gekleidet, dievon der Interpretin meisterhaft zum Ausdruck gebracht wurden. Diesen italienischen Operngesängen folgten drei deutsche Titel, Mariettas Lied aus der 1920 uraufgeführten Oper „Die Tote Stadt" des jungen Komponisten Erich Wolfgang Korngold und dann zwei Klassiker aus der Opernliteratur, „Und ob die Wolke sie verhülle", die Arie der Agathe aus dem Freischütz von Carl Maria von Weber, sowie Elsas Gesang „Einsam in trüben Tagen" aus Richard Wagners Lohengrin. Mit viel Gefühl, aber auch der ganzen Dramatik des Inhalts wurden diese Arien von Martina di Tempio präsentiert. Es wurde deutlich, dass viele Arien Gebete sind, die nicht nur das Innere zum Ausdruck bringen, sondern durch die sich die Haltung der Betenden verändert, indem sie Trost empfangen und sich ihres Glaubens vergewissern, Die existenzielle Ergriffenheit der Sängerin war deutlich spürbar. Ebenso bei den drei Kunstliedern aus der Romantik und dem beginnenden 20. Jahrhunderts. Vertonte Dichtkunst. 'die meist bei Liederabenden in den bürgerlichen Salons vorgetragen wurde. Meisterhaft wurden die Lieder von Franz Schubert, Robert Schumann und Aaron Copland vorgetragen. Zurück in der Opernwelt erklang in beeindruckender Weise „Vissi d'arte", die Arie der Tosca aus der gleichnamigen Oper von Giaccomo Puccinis eine Klage, die sich durch anspruchsvollen Melodieverlauf und Tonumfang aus- zeichnet. Mit ihrer gewaltigen Stimme füllte Martina Di Tempio eindrucksvoll den Kirchenraum. Nach einem Kunstlied von Schubert erklang Georg Friedrich Händels „Dank sei dir, Herr" als Dank für die wunderbare Gabe der Musik, mit dem di Tempio die Herzen ihres Publikums berührte. Dass sie ihr Serenadenkonzert mit Brahms Wiegenlied beendet, das hat schon Tradition. Und der Beifall endete erst, als mit dem Lied „Zueignung" von Richard Strauß eine Zugabe angefügt wurde. pm
Artikel aus der Pforzheimer Zeitung vom 11. Mai 2023